Trotz ungünstigem Wetter kann Pfarrer Simon bisherigen Spendenrekord entgegen nehmen

Trotz sehr kühler Witterung konnten die 120 Teilnehmer beim diesjährigen Motorradbenefizkorso in Grattersdorf doch den absoluten bisherigen Spendenerfolg „einfahren“: 10.000 € konnten Pfarrer Richard Simon zum Schluss der Veranstaltung für die Ukrainehilfe übergeben werden, Markus und Willi Reicheneder vom gleichnamigen Busunternehmen legten hinterher nochmal 2.000 € drauf, so dass der Ukrainehilfe von Pfarrer Simon insgesamt 12.000 € zufließen. Geld, das dringend für die Linderung der Not in den Kriegsgebieten erforderlich ist.

Die Veranstaltung wurde zwar im Vorfeld auch mit kritischen Stimmen bedacht, jedoch hatte keiner der Anwesenden hierfür Verständnis. Obwohl es mit rund 5 Grad doch sehr frisch war und am Vormittag ein „Schneestauber“ dem anderen folgte, als die ersten Teilnehmer im Vergleich zu früher eher spärlich am Grattersdorfer Dorfplatz eintrafen, ließen sich die Veranstalter nicht entmutigen. Die DJK Grattersdorf unter der Regie der Vorsitzenden Wolfgang Egner, Florian Weinmann und Thomas Schosser sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. Schließlich nahmen gegen 13:15 Uhr 120 Motorräder und Quads Aufstellung in der Ortsdurchfahrt zum Korso, beim letzten Mal waren es bei strahlendem Sonnenschein mehr als fünf Mal so viele.

Angeführt von zwei Polizeimotorrädern, dem Fahrzeug des Streckenleiters und einer Polizeistreife machten sich die Teilnehmer nach einer Segnung der Fahrzeuge und Fahrer durch Pfarrer Richard Simon und Pfarrvikar Yohan Injumala auf die 52 km lange Strecke. Zwei Motorräder der Feuerwehr (Aholming und Hengersberg) und eines vom BRK mit Markus Mühlbauer sorgten zusätzlich für Sicherheit, das Korsoende bildeten zwei Rettungswagen und eine Polizeistreife. Viele Zuschauer säumten insbesondere in den Ortschaften die Strecke über Langfurth, Riggerding, Schöllnach, Iggensbach, Schwanenkirchen, Hengersberg, Frohnstetten, Oberauerbach, Prechhausen und Vorderherberg zurück nach Grattersdorf. Minutiös sperrten auf Anweisung von Streckenleiter Kreisbrandinspektor Bernhard Süß insgesamt zwölf Feuerwehren die Kreuzungen und Einmündungen, um dem Korso ungehindert Durchfahrt zu gewähren. Während der 50-minütigen Umfahrt stellte sich schließlich auch Sonnenschein ein.

Zurück am Grattersdorfer Dorfplatz konnte Organisator und Initiator Manfred Strobel zahlreiche Gäste begrüßen: Neben dem als Schirmherrn fungierenden amtierenden Landrat Roman Fischer galt sein besonderer Gruß Pfarrer Richard Simon aus Winzer, der die eingefahrenen Spenden für die Ukrainehilfe verwenden wird. Außerdem hatten sich auch Grattersdorfs Bürgermeister Robert Schwankl, sowie die Bürgermeister Jürgen Roith (Winzer), Robert Bauer (Schaufling) sowie die stv. Bürgermeister Ewald Straßer (Hengersberg) und Christian Heigl (Iggensbach) eingefunden. Ein Gruß galt auch den Kandidaten zur bevorstehenden Landratswahl, MdL Bernd Sibler (CSU), Thomas Müller (SPD – er fuhr beim Korso selbst mit) und Stefan Achatz (FW).

Strobel dankte insbesondere allen, die am Gelingen des Korsos beteiligt waren, allen voran Tourenplaner und Streckenleiter Kreisbrandinspektor Bernhard Süß, der sich auch um die verkehrsrechtliche Genehmigung gekümmert hatte, den zwölf Feuerwehren für die Sicherung an den Kreuzungen, der Polizei mit EPHK Frank Schlenz für die verkehrssichernde Begleitung mit zwei Streifenfahrzeugen und zwei Motorrädern, dem BRK mit Markus Mühlbauer sowie der Verkehrsbehörde am Landratsamt.

Auch zahlreiche Ortsvereine hatten sich mit namhaften Beträgen an den Spenden beteiligt: Die Oldtimerfreunde „Zündfix“ (1.500 €), der Frauenbund Grattersdorf und Langfurth (je 500 €), der KSV Grattersdorf (500 €) und die Tuning Association (300 €). Einer der nicht genannt werden wollte, rundete die ungerade Summe von 8.738 € auf 10.000 € auf, die schließlich Pfarrer Richard Simon für die Ukrainehilfe übergeben werden konnten. Das Busunternehmen Reicheneder legte später nochmal 2.000 € drauf. Ein dreiachsiger Bus wurde für die Aktion extra mit den großen Lettern beklebt: „Freedom and Peace for Ukraine“. Für musikalische Unterhaltung sorgten „Luggi und Marianne“ aus Roding mit stilechten „Bikersongs“.

Schirmherr stv. Landrat Roman Fischer dankte allen Beteiligten für die Organisation dieser Spendenaktion und zollte den Verantwortlichen allen Respekt für ihre hervorragende Arbeit, mit dem Ziel menschliches Leid in den ukrainischen Kriegsgebieten zu lindern. Pfarrer Richard Simon war überwältigt von der Rekordsumme, die er in Empfang nehmen durfte und sagte allen Anwesenden ein herzliches „Vergelt’s Gott“. Er werde den Betrag in Medikamente und Lebensmittel investieren und sie selbst mit Bürgermeister Roith in die Ukraine fahren, um die Not in der Ukraine wenigstens ein bisschen lindern zu können. Die Spender hätten alle bereits zu einem bisschen Frieden beigetragen. Mit dem kostenlosen Segen, den er den Teilnehmern erteilte, verband er den Wunsch, „nie schneller zu fahren, als die Schutzengel fliegen können“. Abschließend sprach auch Grattersdorfs Bürgermeister Robert Schwankl allen Beteiligten seinen Dank aus, dass dieses beeindruckende Ereignis in Grattersdorf stattfinden konnte. Schließlich waren sich alle Organisatoren und Teilnehmer einig: Das war nicht der letzte Motorradbenefizkorso in Grattersdorf!

Die Fa. Reicheneder hatte einen großen Bus extra für den Korso mit großen Lettern beschriftet: „Freedom and peace for Ukraine“, davor stellten sich zum Erinnerungsfoto auf: Streckenleiter Bernhard Süß (v. l.), Schirmherr amtierender Landrat Roman Fischer, Markus Mühlbauer vom BRK, Pfarrer Richard Simon mit der Spendenbox, Organisator Manfred Strobel, Grattersdorfs Bürgermeister Robert Schwankl, und die Führungscrew der DJK Grattersdorf mit Wolfgang Egner, Thomas Schosser und Florian Weinmann.

Bernhard Süß

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