„Was lange währt wird endlich gut“ – Bürgermedaille für Eberhard Schaller
Lange musste die Winsinger Dorfgemeinschaft auf ihre „neue Heimat“ warten: Jahrelange Vorbereitungen gingen voraus, nun konnte nach der Beendigung der Bauarbeiten das neue Dorfgemeinschaftshaus als Anbau an das bestehende Feuerwehrgerätehaus an den Verein „Dorfgemeinschaft Winsing und Umgebung e. V.“ , der extra dafür gegründet worden war, übergeben und gesegnet werden.
Grattersdorfs Bürgermeister Robert Schwankl konnte zur Feierstunde zahlreiche Ehrengäste begrüßen: Als Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern den Leitenden Baudirektor Hans-Peter Schmucker, Landrat Christian Bernreiter, den früheren Bürgermeister Alfons Gramalla, zahlreiche Gemeinderäte, den Kämmerer und stv. Geschäftsführer der VG Lalling Patrick Eder, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, den früheren Grundbesitzer Josef Trauner, die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Winsing, Gönner und Spender sowie schließlich die Vorsitzenden des Vereins „Dorfgemeinschaft Winsing und Umgebung e. V.“, Franz-Xaver Stangl und Stefan Wenig mit ihrer Vorstandschaft. Besonderer Dank galt auch Staatsminister Bernd Sibler für seinen intensiven Einsatz um das Projekt. Er war zur Feier zeitlich verhindert, überzeugte sich aber eine Stunde vorher vom erfolgreichen Abschluss des Vorhabens.
Schwankl brachte seine Freude zum Ausdruck, dass nach verschiedenen Corona-bedingten Verzögerungen die Realisierung des ehrgeizigen Projekts mit dieser Feier seinen Abschluss finden kann. Er dankte dem früheren Grundbesitzer Josef Trauner, der das Grundstück über eine Schenkung der Gemeinde überschrieb und dadurch die Verwirklichung erst ermöglichte. Der Bürgermeister unterstrich die Bedeutung des Gemeinschaftshauses für den Zusammenhalt und die Gemeinschaft im Dorf. Seit der Schließung des früheren Dorfwirtshauses hatte man sich immer wieder provisorisch mit der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses beholfen. Dank ging auch an die Vorsitzenden des Dorfgemeinschaftsvereins Franz-Xaver Stangl und Stefan Wenig, die mit der Vereinsgründung die spätere Übernahme des Hauses in rechtlich gesicherten Bahnen ermöglichten.
Bereits 2015 wurde nach der Schließung des Dorfwirtshauses der Wunsch für einen Gemeinschaftsraum an den damaligen Bürgermeister Norbert Bayerl herangetragen und im Jahr 2018 schließlich vom Gemeinderat genehmigt. Nach der Planung von Eberhard Schaller konnte im April 2020 dann der Spatenstich für das Bauprojekt erfolgen und bereits im Juni 2020 ein kleines Richtfest gefeiert werden. Die Planung und Ausschreibung des Innenausbaues lag in den Händen des Architekturbüros Weinmann aus Kirchberg. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 459.000 €, von denen nach Abzug von 314.000 € Förderung (rund 70 %) und zahlreicher Spenden für die Gemeinde 125.000 € zu tragen sind.
Nach der Übergabe eines symbolischen Schlüssels und einem neuen Hausnummernschild an den Vorsitzenden Franz-Xaver Stangl wünschte der Bürgermeister der Winisnger Dorfgemeinschaft viele schöne und gesellige Stunden im neuen „Dorfheim“. Landrat Christian Bernreiter unterstrich die Bedeutung, die Gemeinschaft im Dorf zu pflegen und wie wichtig es sei, sich zu treffen und sich auszutauschen. Weil ohne entsprechende Räumlichkeiten auch die Gelegenheit dazu fehlen würde und dadurch die „Gesellschaft ärmer würde“, werden derartige Vorhaben seitens der ALE zur „Revitalisierung der Ortskerne“ mit Mitteln des Freistaates Bayern gefördert. Er dankte dafür, dass die ehrenamtliche Bereitschaft örtliche Feste zu organisieren in Winsing noch vorhanden ist und wünschte der Winisnger Dorfgemeinschaft für die Zukunft alles erdenklich Gute.
Ltd. Baudirektor Hans-Peter Schmucker führte als Leiter des ALE aus, dass die „einfache Dorferneuerung Winisng“ im Jahr 2019 mit dem ausschließlichen Ziel eingeleitet wurde, eine Versammlungsstätte zu schaffen, in der die Dorfbevölkerung zusammenkommen und die Dorfgemeinschaft miteinander pflegen kann. Die bisher praktizierte provisorische Lösung im Feuerwehrhaus war dafür weitgehend ungeeignet. Da sich keine andere Lösung abzeichnete, bezeichnete Schmucker es als „Glücksfall“, dass der Grundstückseigentümer Josef Trauner die an das Gerätehaus angrenzende Fläche auf Grundlage einer Schenkungsurkunde an die Gemeinde abgab. Das entstandene multifunktional nutzbare Dorfgemeinschaftshaus konnte barrierefrei erstellt werden, um auch älteren Mitbürgern eine Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungen zu ermöglichen. „In Bayern werden also auch kleine Orte nicht vergessen“, so der ALE-Leiter, Winsing sei damit „ein stückweit lebenswerter geworden!“ Er dankte abschließend allen aus der Bevölkerung, die sich mit Ideen in die Planung mit eingebracht haben und beglückwünschte die Gemeinde Grattersdorf und die Winsinger Bürger zur entstandenen Möglichkeit, „Kultur in Gemeinschaft zu praktizieren“.
Der stv. Vorsitzende Stefan Wenig dankte für die generationenübergreifende Zusammenarbeit schon in der Planung sowie den Verantwortlichen der Feuerwehr Winsing für die Kooperation. Schließlich steht nun auch ein Unterrichtsraum für die Feuerwehr zur Verfügung. Er verwies auf die Erfordernis einen Verein als künftigen Träger zu gründen und dankte dem Vorsitzenden Franz-Xaver Stangl für sein diesbezügliches jahrelanges Engagement. „Was lange währt wird endlich gut“ begann Franz-Xaver Stangl seine Dankesworte an alle Beteiligten, angefangen vom Grundstückseigentümer, über die Gemeinde Grattersdorf mit den befassten Bürgermeistern Norbert Bayerl, Alfons Gramalla und Robert Schwankl, Staatsminister Bernd Sibler, den Behörden und schließlich für die zur Verfügung gestellten Fördermittel. Winsing sei mit einer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 905 eines der ältesten Dörfer im Landkreis, was mit einer 1000- und 111-Jahrfeier auch gebührend gefeiert wurde.
Pandemiebedingt wurden die Mitglieder erst am Nachmittag zur kirchlichen Weihe geladen. „Das Ergebnis von derzeit 87 Mitgliedern 86 Anmeldungen zu erhalten, spricht für sich“, freute sich Stefan Wenig. Franz-Xaver Stangl begrüßte neben Bürgermeister Robert Schwankl auch Pfarrvikar Yohan Injumala, der dem neuen Gebäude den kirchlichen Segen erteilte. Überrascht wurde Eberhard Schaller, der von der Planung an und auch während der Bauarbeiten sein Fachwissen mit einfließen ließ und das Projekt unermüdlich nach vorne getrieben hatte: Bürgermeister Robert Schwankl überreichte ihm für seine Verdienste, auch als langjähriger Gemeinderat und stetiger Gönner der Grattersdorfer Ortsvereine die Bürgermedaille.
Nach dem offiziellen Teil gingen die geladenen Vereinsmitglieder in den geselligen Teil über: Bei Kaffee und Kuchen nachmittags und einem herzhaften Schweinebraten von Mitglied Sepp Stangl wurden die neuen Räumlichkeiten auf ihre Tauglichkeit für gesellige Feste getestet und für gut befunden.

Bürgermiester Robert Schwankl übergab an den Vorsitzenden des Vereins „Dorfgemeinschaft Winsing und Umgebung e. V.“, Franz-Xaver Stangl, einen symbolischen Schlüssel sowie das neue Hausnummernschild für das Dorfgemeinschaftshaus.

Die Ehrengäste bei der Feierstunde zur Übergabe des Dorfgemeinschaftshauses: VG-Kämmerer und stv. Geschäftsführer der VG Lalling Patrick Eder (v. l.), Bürgermeister Robert Schwankl, der frühere Grundstückseigentümer Josef Trauner, Bürgermeister a. D. Alfons Gramalla, Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung Niederbayerns, Hans-Peter Schmucker, Landrat Christian Bernreiter und die Vorsitzenden des Vereins „Dorfgemeinschaft Winsing und Umgebung e. V. Franz-Xaver Stangl und Stefan Wenig.

Der neue Anbau des Dorfgemeinschaftshauses an das Winsinger Feuerwehrgerätehaus fügt sich gut in die Landschaft ein.

Bei der Segnung des neuen Dorfgemeinschaftshauses: Pfarrvikar Yohan Injumala, Lektorin Andrea Weber, Bürgermeister Robert Schwankl und Dorfgemeinschaftsvorsitzender Franz-Xaver Stangl mit der Winsinger Dorfgemeinschaft.

Bürgermeister Robert Schwankl (v. l.) verleiht im Beisein von Dorfgemeinschaftsvorsitzendem Franz-Xaver Stangl die Bürgermedaille an Eberhard Schaller.
Fotos und Bericht von Bernhard Süß